Karneval in Berlin

Jetzt haben wir sie, endlich hat Berlin die Städte Köln, Düsseldorf und sogar Rio de Janeiro als Karnevals-Hochburg abgelöst. Das Dreiergestirn Prinz, Dame und Bauer steht, die ersten lustigen Sprüche sind gefallen … jetzt kann es losgehen mit dem markanten Schlachtruf: Narri – Narro …

Da haben wir als erste, wir sind ja Gentlemenlike, die Dame mit bürgerlichem Namen Angelika Merkelinius. Sie begrüßt uns schon von weitem mit den Worten „Wir sind das Volk!“ und „Wir werden jetzt alle Abstriche hinnehmen müssen!“ – Das Volk grölt und johlt vor Lachen und ist bei ihren Sprüchen, die sie wie immer mit ernstem Gesicht vorbringt, total aus dem Häuschen. Und … restlos begeistert. Denn diese Dame ist die Dame des Herzens. Sie lächelt zwar eigentlich nur, wenn der Taler springt. Aber ansonsten ist sie voll cool … und so liebt sie das Volk.

Der Prinz an ihrer Seite ist der Guido. Heute hat er als Frisur mal eine Westerwelle gewählt. Und das gefällt dem Volk. Vor allem, als er in seinem Schlachtruf die Worte „römische Dekadenz“ reinbringt. Er weiß zwar selber nicht, was es bedeutet, aber das Volk in seiner Begeisterung über diesen stattlichen Prinzen, in seiner tollen Uniform und dem bezaubernden festgefrorenen Lächeln im Gesicht, auch nicht. Es jubelt dem Prinzen zu und ist bereit, alles zu geben, und sei es den letzten Notgroschen, um ihn nur einmal lächeln zu sehen. Und dieses Lächeln kann er sich ja auch leisten für sein Volk, denn er hat ja gerade eben seine Überweisung für seine Nebentätigkeiten erhalten. Da lacht natürlich das Herz.

Lächeln tut auch der Bauer an seiner Seite, denn er hat das ganze Spektakel zwar finanziert, aber wenn er sieht, wie das Volk seine Spende an die Dame und den Prinzen mit fröhlichen „Narri-Narro“-Rufen quittiert, kann er sich sogar ein herzhaftes Lachen abringen. Und das tut er dann auch ganz ungeniert, weil er weiß, dass das Volk seine Bemühungen honorieren wird. Und er stimmt in den Jubel mit ein, er ruft „Sozialschmarotzer“, und das Volk kreischt, klatscht freudig Beifall und wird fast ohnmächtig vor dieser gewaltigen Stimmungskulisse, die in alle Welt von den offiziellen Medien übertragen wird.

Das Dreiergestirn hat das Volk und den Berliner Karneval vollständig in der Hand. Diese Fröhlichkeit zu verlassen, fällt den Dreien sichtlich schwer. Denn das Volk drängt schon die Treppe hinunter, um dem Gespann Dame, Prinz und Bauer vor Liebe zu erdrücken … wenn es erst unten angekommen ist, gibt es kein Entrinnen mehr. Also schnellstens auf zum nächsten Kriegsschauplatz.

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N a r r i   –   N a r r o   . . .

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